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HERZ Gesund!

Foto: SciePro / shutterstock.com; Komposition: Michaela Mayländer

Aus gutem Grund gilt das Herz als Sitz der Lebenskraft, ja, des Lebens selbst. Nur wenn es verlässlich schlägt, fühlen wir uns gesund und stark. Unser Herz sollte uns also am Herzen liegen. Doch der Stress der modernen Leistungsgesellschaft setzt diesem zentralen Organ zu, ebenso wie Ängste, Kummer und Sorgen. Phasen der Ruhe und Erholung werden immer seltener. Erkrankungen des Herzens zählen heute statistisch zu den verbreiteten Zivilisationskrankheiten und den häufigsten Todesursachen. Dabei lässt sich viel zum Schutz des Herzes tun, bevor es krank wird. Hören wir auf unser Herz, erfahren wir, was es braucht, damit es im Rhythmus bleibt. Die medizinische Forschung findet immer mehr Überraschendes heraus, das uns dabei hilft, unser Herz zu unterstützen.

 

Unser Herz – so viel mehr als nur ein Muskel
Das Herz pumpt das Blut durch den Körper – so haben wir es als Kinder gelernt, und so steht es bis heute in vielen Schulbüchern. Doch die neuere wissenschaftliche Forschung hat das Bild einer mechanischen Pumpe, die im immer gleichen Takt das Blut unaufhörlich durch die Gefäße presst, längst widerlegt (siehe Kasten unten „Das Blut bewegt sich von ganz ­allein“). Das Herz ist vielmehr ein Rhythmusorgan, das variabel auf unzählige Einflüsse reagiert. Eng mit der Seele verbunden, ist es außerdem ein wichtiges Fühl- und Wahrnehmungsorgan. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass das Herz, im Verbund mit dem Blut, sogar als eine Art Sinnesorgan fungiert, das aus dem ganzen Körper Informationen sammelt und jederzeit liest, wie es um unseren Stoffwechsel bestellt ist.

 

Der variable Rhythmus des Herzens
Die Zeit zwischen zwei Herzschlägen ist nie gleich lang. Herz- und Kreislaufsystem reagieren permanent auf äußere Einflüsse und passen sich in Sekundenbruchteilen an die jeweiligen Anforderungen an. Puls und Blutdruck verändern sich also ständig. Das merken wir zum Beispiel bei einer Fahrradtour im hügeligen Gelände. Geht es bergan, fühlen wir, wie sich unsere Herzfrequenz durch die körperliche Anstrengung merklich beschleunigt. Ist der Gipfel überwunden und wir rollen entspannt den Hügel hinab, sinkt sie wieder auf ihr normales Maß. Dass auch innere Anspannung spürbare Auswirkungen auf den Herzschlag haben kann, verdeutlicht ein anderes Szenario: Die Bahn kommt mal wieder nicht, die Angst, sich zu verspäten, wächst. Sofort beginnt die Pulsfrequenz zu steigen. Das Handy klingelt, ein kurzer Blick auf das Display genügt, und wir wissen: dieses Gespräch wird unangenehm. Schon schlägt das Herz schneller.

 

Das Herz ist klüger als der Verstand
Viele Redewendungen weisen darauf hin, dass das Herz auch ein wichtiges Fühlorgan ist. Bei einer guten Nachricht „springt das Herz vor Freude“, während wir Kummer und Sorgen „auf dem Herzen haben“. Besser geht es uns oft erst, wenn wir einem Freund „das Herz ausschütten“. Und der sinnbildlich gemeinte Satz „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, den der kleine Prinz in St. Exupérys gleichnamiger Erzählung sagt, drückt aus, was jeder Mensch in­tuitiv spürt: Das Herz weiß mehr als der Verstand. Ob wir jemanden wirklich lieben, kann uns der Verstand nicht sagen. Der gutgemeinte Ratschlag „hör auf dein Herz“ ist deshalb keine leere Floskel.

Auch seitens der Medizin wird nicht mehr bestritten, dass es einen engen Zusammenhang von Herz und Seele gibt. „Ohne Herztätigkeit ist ein seelisches Erleben nicht möglich“, davon ist der anthroposophische Kardiologe und Internist Dr. med. Jakob Gruber überzeugt, der die Abteilung für innere Medizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke leitet. Gleichzeitig wirkt sich seelisches Erleben auf die Gesundheit des Herzens aus. Heftige Gefühlsreaktionen etwa nach Trennung oder Tod des Partners, aber auch die frohe Nachricht eines Lottogewinns können beispielsweise dazu führen, dass sich die Herzmuskeln stark verkrampfen, wie erst wieder vor Kurzem eine Studie von US-Forschern belegen konnte (siehe Heft 4/2021, „Forschung aktuell“). In Europa wird ein gefährliches Herzleiden, das vorwiegend Frauen jenseits der Wechseljahre betrifft, meist als Broken-Heart-Syndrom bezeichnet, was übersetzt „Syndrom des gebrochenen Herzens“ heißt. Zwar lassen die Symptome einen Herzinfarkt vermuten, doch bei näherer Untersuchung des Muskels zeigt sich, dass weder die Herzkranzgefäße verstopft sind noch der Herzmuskel geschädigt ist.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in Ausgabe 5/2021

Weitere Aspekte in diesem Beitrag:

  • Was der Seele hilft, ist auch gut fürs Herz
  • Atemübung zur Förderung der Herzbalance
  • So gelingt ein herzgesunder Lebensstil
  • Die wichtigsten Herzerkrankungen


Foto: SciePro / shutterstock.com; Komposition: Michaela Mayländer