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Moderne Therapien mit Vitalpilzen

Seit Menschengedenken werden Pilze als Heilmittel verwendet. Sie schützen vor Keimen, lindern Stresssymptome und Allergien und helfen bei Magen-Darm-Beschwerden. In vielen asiatischen Ländern, aber auch in den USA werden Heilpilze sogar bei Krebs standardmäßig verordnet.

Bizarr sehen sie aus, mit ihren Lamellen, Sporen und merkwürdigen Hüten. Pilze sind zudem eine echte Spezies für sich. Denn botanisch gesehen gehören sie weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen.

Austernpilz, Steinpilz, Shiitake und Trüffel sind als Speisezutat beliebt, in China und vielen anderen asiatischen Ländern jedoch werden zahlreiche der eiweißhaltigen Lebewesen nicht nur als kulinarische Köstlichkeit, sondern traditionell vor allem als Heilmittel geschätzt. Seit fast 4000 Jahren wird dort beinahe jedes Leiden mit einem Pilz kuriert. Bei leichten Alltags­beschwerden wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Problemen helfen sie ebenso wie bei ernstzunehmenden chronischen Erkrankungen. Das alte Naturheilverfahren der Mykotherapie (von griechisch mykos = Pilz), das zu den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin zählt, wird in asiatischen Ländern aber nicht erst eingesetzt, wenn eine Krankheit bereits aus-
gebrochen ist, sondern auch präventiv, um die Gesundheit zu stärken.

Die Medizinalpilze, die auch Heil- oder Vitalpilze genannt werden, wirken ganzheitlich. „Sie feinjustieren unser gesamtes kybernetisches System, also nicht allein die Organfunktionen, sondern alle Regelkreissysteme, angefangen vom Stoffwechsel, über Energie-, Wasser- und Hormonhaushalt bis hin zum Immun- und Herz-Kreislauf-System“, erklärt der Radiologe und Pilzexperte Dr. Heinz Knopf. Da die Heilpilze adaptogen, also ausgleichend wirken, können sie beispielsweise den Blutdruck nach oben oder unten regulieren oder das Immunsystem beruhigen oder stärken.

Heilmittel mit langer Geschichte

In der Mykotherapie kommen Großpilze zum Einsatz, die jeweils sehr unterschiedlich wirken. So steigert zum Beispiel der chinesische Raupenpilz Cordyceps sinensis, der einer Schmetterlingslarve ähnlich sieht, vor allem die körperliche Ausdauer und die Leistungsfähigkeit. „Er ist ein Fitmacher für Lunge und Nieren“, erklärt die Heilpraktikerin und Mykotherapeutin Corinna Schaar. Tibetische Sherpas verwenden ihn, damit sich ihr Körper in den Höhenlagen des Himalaya besser auf die Sauerstoffknappheit einstellen kann. Kein Wunder also, dass im tibetischen Hochland, wo sich jedes Jahr 30 000 Sammler treffen, für diesen Pilz bis zu 25 000 Dollar pro ­Kilo bezahlt werden.

Der Reishi wiederum wird in China wegen seiner antientzündlichen, verjüngenden und immunstärkenden Wirkung fast wie ein Heiligtum verehrt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Reishi als eines der zehn wirkungsstärksten Naturheilmittel. Früher war dieser Pilz, dessen chinesischer Name Ling Zhi übersetzt so viel wie „Göttlicher Pilz der Unsterblichkeit“ heißt, den Kaisern vorbehalten. Der Legende nach sandte der Hof sogar Schiffsflotten aus, um diesen bevorzugt auf Laubbäumen und Eichen wachsenden, wie lackiert aussehenden Pilz zu suchen. Jeder, der ihn fand, musste das unverzüglich dem Hof melden.

Dass auch in Europa Menschen schon früh um die heilkräftige Wirkung von Pilzen wussten, beweist der Inhalt der kleinen Ledertasche, die der „Ötzi“ bei sich trug. Bei der Gletschermumie fanden sich unter anderem Teile des Birkenporlings und des Zunderschwamms. Während der Steinzeitmann diesen nutzte, um Blutungen zu stillen, kaute er vermutlich den Birkenporling, um sich vor Parasiten zu schützen. „Die antibiotische und antiparasitäre Wirkung ist sicher die älteste und bekannteste Wirkung“, sagt Dr. Knopf. Später, in der Antike wurden Heilpilze schon gezielter eingesetzt. So griffen Heilkundige bei Entzündungen zum Sonnen- oder Mandelpilz (Agaricus blazei Murrill) und verordneten Judasohr (Auricularia polytricha) bei Atemnot, Durchfall, Verstopfung und Fieber. Auch in der Klosterheilkunde des Mittelalters hatten Pilze ihren festen Platz. Die Universalgelehrte und Äbtissin Hildegard von Bingen (1098–1179) pries in ihren heilkundlichen Schriften die vitalisierende Wirkung des Reishi-Pilzes.

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