Informationen

Ayurveda-Resort Alpina Atlantico, Madeira,
ashoka-ayurveda.com
>> buchbar über
www.neuewege.com

Finca Luna Y Sol,
Spanien, Costa del Sol.
>> buchbar unter www.ayurveda-hotel.com
oder über die Agentur www.fitreisen.de,
individuelle Reisen über Reisebüro KM-Reisen buchbar, Telefon 09144 8737,
E-Mail: km.reisen@t-online.de

Rosenberg Ayurveda-Gesundheits- und Kurzentrum Birstein,
www.rosenberg-ayurveda.de

 

Foto: Serge Touch/AdobeStock.com

Rundum erneuert ins Jahr mit Ayurveda

Langsam fließt warmes Sesamöl über den Rücken. Geschwind verteilt die Ayurveda-Therapeutin mit langen gleichmäßigen Strichen das zuvor erhitzte, sogenannte gereifte Öl, über Arme und Schultern und beginnt, es sanft einzuarbeiten. Wie entspannend! Doch sei es die Ganzkörpermassage „Abhyanga“, sei es der Stirnölguss „Shirodhara“: Ayurveda-Anwendungen dienen zuallererst der Erhaltung der Gesundheit und Linderung von Beschwerden.

Anwendungen wie diese bilden nur eine­ Säule der 3000 Jahre alten indischen Heilkunst und gehören zu einem umfassenden Behandlungsplan, dessen Ziel es ist, den Körper zu entgiften und den Stoffwechsel sowie die Zellerneuerung anzuregen.

Schon eine kürzere Ayurveda-Kur kann helfen, körperliche Probleme und seelische Verstimmungen zu lindern. Regelmäßige Ruhephasen und ein geregelter Tagesablauf ermöglichen es Betroffenen, sich schnell zu regenerieren und neue Kraft zu schöpfen. Im Winter sehnen wir uns aber nicht nur nach Erholung, sondern auch nach Licht und Wärme. Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Wir haben uns im sonnigen Süden nach Ayurveda-Resorts umgeschaut, die fachgerechte Behandlung durch ausgewiesene Therapeuten bieten.

Ölmassage mitten im Atlantischen Ozean
Vier Flugstunden von Deutschland entfernt liegt im Atlantik die portugiesische Blumeninsel Madeira. Das Klima ist gemäßigt, im Januar herrschen dort milde Temperaturen von 20 Grad. Nicht weit von der Hauptstadt Funchal, in einer ruhigen Villengegend, schaut das Hotel „Alpino Atlantico“ von einer Klippe aufs Meer. Dort betreibt die deutsche Ayurveda-Expertin Birgit Moukom das Ashoka Ayurveda Kurzentrum. Das Rauschen der Wellen, das man im Garten und bei geöffnetem Fenster hört, stimmt sogleich gelassen.

Dr. Swathi Gopal, der als leitender Arzt in mehreren Ayurveda-Resorts Indiens tätig war, erstellt nach der ersten Untersuchung den Behandlungsplan. Seine Ehefrau, die Ärztin und Ernährungsexpertin Dr. Subha Sasidharan, und weitere 15 Ayurveda-Therapeuten und -Köche sorgen sich um das Wohl und die Gesundheit der Gäste.
Das Angebot an medizinischen Ayurveda-Kuren ist groß. Henning und Mareen zum Beispiel, ein Paar aus Berlin, wählte Rasayana, die „kleine Schwester“ der anspruchsvollen Panchakarma-Kur (siehe Kasten auf der nächsten Seite). „Unsere vormittäglichen Behandlungen waren individuell auf unseren Konstitutionstyp abgestimmt“, berichtet Mareen. Sie war wegen eines Burn-outs krankgeschrieben und ließ sich mit Stirnguss und chakraanregenden Teilkörperbehandlungen verwöhnen, während Henning meist Ganzkörperbehandlungen erhielt. „Ich war danach wirklich in einer komplett anderen Sphäre,“ schwärmt die 46-Jährige. Für die Anwendungen würden nur Bio-Sesamöl und für die medizinierten Öle nur heimische Heilkräuter verwendet, erklärt Birgit Moukom, denn: „Wir glauben, dass diese wirksamer für Euro­päer sind.“

Der streng geregelte Tagesablauf beginnt in aller Frühe, um 6.30 Uhr, mit einem anderthalbstündigen Yoga- oder Qi-Gong-Kurs. Nach dem Frühstück, das aus einem warmen Getreidebrei mit Obst besteht, findet die 45- bis 60-minütige Behandlung statt. Damit sich der Körper ausreichend erholen kann, wird danach und auch nach dem ayurvedischen Mittagessen geruht. Da Regeneration auch bei Mareen und Henning absolute Priorität hatte, verzichteten beide darauf, die Insel zu erkunden. „Stattdessen sind wir nachmittags immer zu einer Christusstatue gelaufen, ein Kraftort, der ideal zum Meditieren ist“, erzählt Mareen. An dem abendlichen Yoga- oder Meditationskurs haben die beiden deshalb nicht teilgenommen.

Die Kur hat den beiden mehr Gelassenheit geschenkt. Die Wirkung dieser Tage hält immer noch an, auch weil Mareen und Henning zu Hause nun ayurvedisch kochen – und deutlich früher zu Bett gehen.

Öl-Stirnguss in Andalusien
Schon ab März herrschen in Andalusien warme Frühlingstemperaturen, bevor es im Juli sommerlich heiß wird. Östlich von Malaga liegt abgeschirmt von der Außenwelt die kleine Finca „Luna Y Sol“ inmitten von Mango- und Avocadoplantagen. Die deutsche Heilpraktikerin und Ayurveda-Spezialistin Seba Blass hat das Haus nach den Prinzipien von Vastu-Shastra, der 5000 Jahre alten indischen Bautradition, gestaltet. Kurgäste können hier nicht nur im Zimmer, sondern auch in komfortablen marokkanischen Zelten schlafen. Gerade für gestresste und erschöpfte Frauen ist diese Atmosphäre ideal, um abzuschalten. Die Massagen täten den meist beruflich sehr engagierten Frauen besonders gut, da sie oft an Verspannungen litten, so Blass. Massiere der Therapeut lange genug, dringe das warme Öl bis in die tieferen Hautschichten vor und könne selbst verklebte Faszien lösen.

Die in Deutschland und Indien­ ausgebildete Ayurveda-Spezialistin führt selbst die Anamnese durch. Zwar bucht der Gast meist ein Kur-Paket, aber je nach Beschwerden passt sie die Behandlung individuell an. Wählen kann man zwischen einer siebentägigen Rasayana-Entschlackungskur und einer elftägigen Panchakarma-Entgiftungskur. Da die meisten ihrer Gäste die dazugehörenden Einläufe oder Ausleitungen mit dem Butterschmalz Ghee nicht mögen, hat sie die Panchakarma-Kur abgewandelt­. Allmorgendlich erhalten die Gäste anstelle von Ghee einen­ Gesundheitscocktail aus Chlorophyll und 29 Schweizer Biokräutern. Zum Aufbau der Muskeln und Knochen verabreicht sie zusätzlich ein Eiweißpräparat. Nach der morgendlichen Behandlung wird bis zum ayurvedischen Mittagessen geruht.

Ob am Salzwasser-Pool, zwischen den Feigen- und Orangenbäumen, die auf der dritten der vier Gartenebenen so zahlreich stehen, können die Gäste vor und nach der Behandlung die Seele baumeln lassen. Neben Yoga, das um 8 Uhr vor dem Frühstück beginnt, werden die Kunst des Bogenschießens und Welldance angeboten. Wichtiger ist auch hier, dass sich die Gäste nach der morgendlichen Behandlung und nach dem ayurvedischen Mittagessen ausreichend erholen.

Wer Kraft und Lust für Sightseeing übrig hat, könnte die nahe gelegenen weißen Dörfer Andalusiens erkunden. Den meisten genügt es allerdings, zum 2,5 Kilometer entfernten, langläufigen dunklen Strand zu wandern oder einmal über den Bauernmarkt in Rincon della Victoria zu schlendern.

Ayurveda-Kuren im Vogelsberg
Ist das Frühjahr mit den ersten warmen Tagen endlich angekommen, muss man für Ayurveda im Sonnenlicht nicht mehr in die Ferne schweifen. Wer eine Ayurveda-Kur in Deutschland fernab vom Alltagstrubel machen möchte, dem empfiehlt sich eine Reise in den Vogelsberg (Hessen). In einem denkmalgeschützten Gebäude ist das Rosenberg Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum Birstein untergebracht. Dort ist nur das Blöken der Schafe zu hören, die auf den angrenzenden Weiden grasen.

Kurgäste können zwischen verschiedenen medizinischen Programmen und Regenerationskuren wählen. Professor. Dr. Shive Narain Gupta, der im indischen Gujarat eine der angesehenen Panchakarma-Kliniken aufbaute, und Dr. med. Kalyani Nagersheth führen die Anamnese durch und erstellen den Behandlungsplan. Für nicht wenige Gäste ist die Anmeldung im Rosenberg-Kurzentrum eine Art Notbremse, die sie ziehen, um für einige Tage aus dem immer schneller rotierenden Hamsterrad ihres Arbeitslebens auszusteigen. So ging es auch Constanze aus Berlin. Sie entschied sich für die siebentägige Svastha-Med Kur, eine abgespeckte Variante der langen und intensiven Panchakarma-Kur (siehe Kasten links unten). Sie wirke wie ein kleiner Hausputz, berichtet die 49-Jährige. „Jeden Tag erhielt ich ein bis zwei individuell abgestimmte Anwendungen, meist eine einstündige intensive Massage für den gesamten Körper, und eine, die sich noch einmal einer speziellen Problemzone widmete.“ Massiert wird mit mediziniertem Sesamöl, dessen Kräuterwirkstoffe individuell auf die jeweilige Konstitution abgestimmt sind. Constanze schätzte besonders den geregelten Tagesablauf mit seinen festen Mahlzeiten und Ritualen: Jeden Morgen gibt es 45 Minuten Yoga und nach dem ayurvedischen Abendessen immer eine Meditation zum Tagesausklang. Die meisten Kurgäste nehmen die Angebote gern wahr, da sie eine ideale Einstimmung auf den Tag und die Nachtruhe sind. Die Berlinerin schwärmt regelrecht von ihrer Kur: „Achtsamkeit ist dort allgegenwärtig. Wir haben dort wie in einem Kokon gelebt.“ /Inge Behrens

 

Hintergrundwissen Ayurveda
Eine authentische Ayurveda-Kur, wie sie im Ursprungsland Indien durch­geführt wird, beinhaltet immer auch Yoga und Meditation sowie eine ayurvedische, typgerechte Ernährung. Die mehrere Wochen dauernde Panchakarma-Kur sieht zudem Einläufe und die Ausleitung mit Ghee vor und ist alles andere als ein Spaziergang. Allerdings werden die anstrengenden Behandlungen belohnt, können sie doch selbst bei chronischen Erkrankungen eine spürbare Besserung erzielen. Erstellt wird das Behandlungsprogramm von einem ayurvedischen Arzt oder Ayurveda-Spezialisten. In Sekundenschnelle kann dieser per Puls- und Zungen­diagnose feststellen, ob bei einem Menschen eine der drei Grundkräfte, der sogenannten Doshas, zu dominant oder geschwächt ist.

Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha repräsentieren die Kombination aus den fünf verschiedenen Naturelementen. Während Pitta das Feuerprinzip ist, repräsentiert Kapha Erde und Wasser. Vata steht für Luft und Bewegung. Da diese unterschiedlich gewichtet sind, kennt die indische Medizin mehr als zehn Konstitutionstypen. Sie sind im Hinblick auf ihr körperliches Erscheinungsbild, Organ­funktionen, in ihren intellektuellen Fähigkeiten und psychischen Mustern verschieden. Im Westen kommt der Pitta-Vata-Typ oder Vata-Pitta-Typ häufig vor.

 

Zurück